Pferde- und Wagenrennen waren populäre Freizeitvergnügen in der antiken Welt und Hippodrome verbreitete Bauten in griechischen, römischen und byzantinischen Städten.
Um die neue Hauptstadt in ein entsprechendes Licht zu setzen, brachte Konstantin aus allen Teilen des Reiches Kunstwerke nach Konstantinopel. Darunter befanden sich der Opferaltar von Plataiai, der zur Feier des Sieges der Griechen über die Perser in der Schlacht von Plataiai im 5. Jahrhundert v. Chr. angefertigt worden war. Der Altar wurde aus dem Tempel des Apollon in Delphi entfernt und in der Mitte des Hippodroms wieder aufgestellt. Der größte Teil der Konstruktion wurde während des vierten Kreuzzugs zerstört. Der einzig verbliebene Rest ist ein Teil der Basis, eine geschlungene Säule.

Ein weiterer Kaiser, der das Hippodrom mit Kunstschätzen ausstattete, war Theodosius I. Er ließ im Jahre 390 einen Obelisken aus Ägypten nach Konstantinopel bringen und in der Mitte der Rennbahn wieder aufrichten. Die Steinsäule aus rosafarbenem Granit stand ursprünglich bei dem Tempel von Karnak in Luxor und wurde während der Regierungszeit Thutmosis III. um 1490 v. Chr. errichtet. Theodosius ließ den Obelisken zum Transport in drei Stücke teilen. Bis in die heutige Zeit hat nur das obere Drittel überlebt. Es steht heute auf einem marmornen Sockel und befindet sich auch nach 3500 Jahren noch in einem erstaunlich guten Zustand. Der Marmorsockel trägt lateinische sowie griechische Inschriften und zeigt u. a. Geschehnisse am byzantischen Kaiserhof. Es sind Angehörige der Herscherfamilie, Würdenträger, Krieger und Diener sichtbar. Auf der nordöstlichen Seite des Sockels wurden Szenen vom Transport und der Aufstellung des Obelisken eingemeißelt. Besonders interessant sind die Abbildungen von technischen Objekten wie Winden, Schleppseilen und einer Art "Rutschbahn ", auf der der Obelisk zum Ort der Aufrichtung bewegt wurde.

Die Reste der bronzenen Schlangensäule aus dem 5. Jh. v. Chr sind ebenfalls vor Ort erhalten. Diese Säule war ursprünglich von 31 griechischen Städten zur Erinnerung an die Schlacht von Plataiai 479 v. Chr. direkt gegenüber dem Apollotempel von Delphi aufgestellt worden. Konstantin I. ließ das Denkmal 330 nach Konstantinopel bringen. Die von dieser Säule ursprünglich getragene goldene Schale wurde während des Vierten Kreuzzuges geraubt. Die Köpfe der Schlangen zerstörten Muslime im 17. oder 18. Jahrhundert. Ein Schlangenkopf allerdings ist erhalten geblieben. Er ist im Archäologischen Museum Istanbuls ausgestellt.
Im 10. Jahrhundert ließ Kaiser Konstantin VII. am südlichen Ende der Anlage einen weiteren Obelisken errichten. Diese gemauerte Säule war ursprünglich mit goldenen Tafeln verkleidet, die während des Vierten Kreuzzugs gestohlen wurden. Der Steinkern ist heute noch auf dem Platz zu sehen.
Der heutige Sultanahmet-Platz liegt etwa zwei Meter höher als die einstige Rennbahn. Die oben beschriebenen verbliebenen Monumente ragen aus Vertiefungen in der parkähnlichen Anlage hervor.
Am nördlichen Ende des Platzes befindet sich der Deutsche Brunnen (Alman Çeşmesi) oder Kaiser-Wilhelm-Brunnen, ein achteckiger, überdachter Brunnen in neobyzantinischem Stil. Er wurde 1900 im Auftrag der deutschen Regierung im Andenken an den Besuch Kaiser Wilhelms II. in Konstantinopel im Jahre 1898 errichtet.
Das Hippodrom war nie Objekt systematischer archäologischer Ausgrabungen. Ein Teil der Nordkurve wurde in den 1980ern nach dem Abriss von darüber erbauten Häusern freigelegt.
1993 wurden bei Bauarbeiten für eine Toilettenanlage nahe der Sultan-Ahmet-Moschee einige Sitzreihen und Säulen entdeckt und in Istanbuler Museen verlegt.
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