in den überdachten Marktgassen erleben will, spielt keine Rolle. Meist herrscht dichtes Gedränge in den labyrinth-artig gewundenen Gängen, in denen man sich leicht verlaufen kann. Der Kapali Carsi, so der türkische Name des „Gedeckten Basars“, liegt im europäischen Teil Istanbuls, in Eminönü in der Altstadt. Er erstreckt sich auf mehr als 30 Hektar Fläche. 18 Tore führen ins Innere mit seinen 61 Straßen, entlang derer sich fast 5000 Geschäfte reihen. Der Kapali Carsi ist damit der größte überdachte Basar weltweit. Fast könnte man die gesamte Anlage für ein eigenes Stadtviertel halten. Es gibt hier zwei Moscheen, Badehäuser und Banken.
Die Geschichte des Markts beginnt im 15. Jahrhundert. Bald nach der Eroberung Konstantinopels ließ Sultan Mehmed II. („der Eroberer“) auf den Überresten byzantinischer Marktanlagen einen überdachten Basar anlegen. Rund um diesen Bedesten (in sich geschlossener Basar) mit seinen 15 Kuppeln errichteten nach und nach immer mehr Händler hölzerne Buden. Mehrmals zerstörten große Brände die Ladenstraßen. Am schlimmsten wütete das Feuer 1701. Zuletzt zog ein Erdbeben im Juli 1894 den Großen Basar stark in Mitleidenschaft. In seiner heutigen Form stammt die Anlage von 1896.
Im Osmanischen Reich waren die Basare mit ihren Geschäften, Ständen und Markthallen die Zentren des städtischen Handels. Jede Zunft oder Branche hatte ihre eigene Gasse. Diese Ordnung besteht heute auf dem Kapali Carsi an vielen Stellen nicht mehr. Doch weisen die Namen der Marktgassen noch darauf hin, wo früher beispielsweise Teppichhändler oder Fischverkäufer ihre Stände hatten.
Wer heute über den Großen Basar schlendert, kann alle erdenklichen Dinge erstehen. Viele Lederwaren und Teppiche werden angeboten, in der Mitte des Basars, dem ältesten Teil, findet man viele Schmuckhändler. Natürlich gibt es auch kleine Mitbringsel und Andenken zu kaufen. Das Feilschen um den Preis ist beim Einkauf auf dem Basar ein festes Ritual. Der Händler nennt einen Preis für die gewünschte Ware. Der Kunde schlägt einen niedrigeren Betrag vor, den er zu zahlen bereit ist. Daraufhin widerspricht der Verkäufer zunächst, um dann einen billigeren als den ursprünglichen Preis vorzuschlagen, der aber immer noch über dem Angebot des Käufers liegt. So tasten sich beide vorwärts, um schließlich zu einem für Käufer und Verkäufer annehmbaren Betrag das Geschäft abzuschließen. Für den Urlauber mag dieses Gebaren zunächst gewöhnungsbedürftig sein. Man findet sich jedoch schnell ein und lernt, geschickt zu handeln.
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