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Istanbul Stadtleben - Flaniermeile Istanbul

Der Taksim-Platz

Heute ist der Taksim Platz (Taksim Meydani) einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte von Istanbul.

Zugleich ist der Platz am nördlichen Ende der Flaniermeile Istiklal Caddesi im europäischen Teil der Stadt ein geschichtsträchtiger Ort, an dem man in die jüngere Vergangenheit der Metropole am Bosporus eintauchen kann.
Zahlreiche Buslinien halten am Taksim-Platz. Eine Seilbahn verbindet den Platz mit den Fähren am Bosporusufer. Die Metro zum Bankenviertel Levent hat hier ihre Endstation. Auch die historische Straßenbahn zum südlich gelegenen Tünel-Platz dreht am Taksim-Platz ihre Wendeschleife. Doch der Platz ist nicht einfach eine riesige Kreuzung. Umgeben von Rasenflächen steht auf dem Rondell am Taksim-Platz das Denkmal der Republik, das an die Gründung der modernen Türkei 1923 erinnern soll. Immer wieder ist der Taksim-Platz Veranstaltungsort für politische Kundgebungen.

Das vom italienischen Bildhauer Pietro Canonica 1928 geschaffene Monument ist heute das einzige Standbild auf dem Platz. Doch zwischen den 1960er und 80er Jahren stand ein weiteres Denkmal am Taksim-Platz. Das ein Schwert und einen Ölzweig darstellende Bildnis wurde allerdings nach dem Militärputsch von 1980 entfernt. Am noch bestehenden Republik-Denkmal werden zu staatlichen Feiertagen regelmäßig Kränze niedergelegt.

Am 1. Mai 1977 nahm eine Gewerkschaftskundgebung mit mehreren hunderttausend  Teilnehmern am Taksim-Platz ein blutiges Ende. Aus umliegenden Gebäuden wurde auf die Demonstranten geschossen. Mehr als 30 starben damals, mehrere hundert wurden verletzt. Seitdem wurden Maikundgebungen am Taksim-Platz meist unterbunden.

Wo sich heute der Taksim-Park erstreckt, stand früher eine Kaserne der Janitscharen, einer Elitetruppe des osmanischen Militärs. Auch ein Stadion stand einst auf dem Gelände des jetzigen Parks. Es wurde 1940 abgerissen. Bis vor einigen Jahren war der Bau einer Moschee anstelle des Parks im Gespräch. Entsprechende Pläne wurden mittlerweile aber fallengelassen.

Der Name des Platzes am höchsten Punkt des Stadtteils Beyoglu stammt aus dem Arabischen und bedeutet „Teilung“. Sultan Mahmud I. ließ an dieser Stelle 1732 eine Anlage zur Wasserverteilung bauen, die das Wasser in mehrere Stadtteile leitete. Am westlichen Ende des Taksim-Platzes steht noch heute ein Bau, in dem Wasserspeicher und Verteileranlage untergebracht sind.


 
 
 

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